WASSERKRAFT

Geschichte der Wasserkraftnutzung

Die Erfindung des Wasserrads stellte einen Meilenstein in der Entwicklung der Technik dar, da durch die Nutzung der Wasserkraft gegenüber der Muskelkraft zusätzlich mechanische Energie nutzbar gemacht werden konnte. Zu Anfang dienten Wasserräder der Bewässerung in der Landwirtschaft, als Schöpfrad zum Heben von Wasser. Solche Schöpfräder sind seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen verbreitet, etwa in Ägypten, Syrien, Indien und China. Man geht davon aus, dass die ersten Wasserschöpfräder um 1200 v. Chr. in Mesopotamien betrieben wurden.

 

Bereits in römischer Zeit wurde Wasserkraft durch Wasserräder auch für den Antrieb von Mahlmühlen genutzt. Der römische Baumeister und Ingenieur Vitruv beschreibt in seiner "architectura" aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. sowohl das Prinzip des Wasserschöpfrads als auch das der Wassermühle in ausführlicher Weise. Bereits im 9. Jahrhundert gab es viele Mühlen zur Wasserkraftnutzung in Zentralfrankreich. Seit dem 12. Jahrhundert waren Wassermühlen in Mitteleuropa weit verbreitet. Später kam die Nutzung in Ölmühlen, Walkmühlen, Sägemühlen, Hammerwerken und Schleifmühlen hinzu. Bei der beginnenden Industrialisierung diente das Wasserrad zum Antreiben von Maschinen über die ersten Transmissionen. Auch im Bergwerkswesen wurde Wasserkraft zum Materialtransport und zur Entwässerung der Gruben eingesetzt, so beispielsweise im Oberharzer Wasserregal. Ein weiteres Beispiel sind die in Möhrendorf an der Regnitz noch vorhandenen neun historische Wasserschöpfräder, die bereits für den Anfang des 15. Jahrhunderts belegt sind.

 

Eine ausreichende Wasserversorgung war ein wesentlicher Punkt in der Standortbewertung der damals entstehenden Fabriken. Ein wesentlicher Punkt waren auch die notwendigen Wasserrechte um Wasserkraft zu nutzen. So findet man heute noch Eigentumsrechte von alten Industriebetrieben im Quellgebiet von Flüssen oder größeren Bächen, die von den heutigen Eigentümern nicht mehr genutzt werden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ermöglichten die aufkommenden Wasserturbinen in der Wasserkraft viel größere Wassermengen und höhere Gefälle auszunutzen. Durch die Einführung der Elektrizität musste die Energie nicht mehr vor Ort mechanisch übertragen werden, sondern konnte in elektrischen Strom umgewandelt werden. Es entstanden Wasserkraftwerke, welche auf Grund ihrer Größe kostengünstiger produzieren konnten und die die kleinen Kraftwerke mit Wasserrad allmählich verdrängten. Der Versuch, die vergleichsweise kleinen Wasserräder durch Turbinen zu ersetzen, schlug vielfach fehl, da beide Antriebe völlig unterschiedliche Eigenschaften haben.

Die Nutzung der Wasserkraft durch ein Wasserrad ermöglicht die Verrichtung von Arbeit, indem es die potenzielle bzw. kinetische Energie des Wassers nutzt. So können Arbeitsmaschinen wie beispielsweise Mahlwerke oder Generatoren angetrieben werden. Ein von Wasserkraft angetriebenes Mahlwerk wird auch Wassermühle genannt.




WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

 

Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke:

wasserkraft.org

 

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